Ein klar definierter Produktentstehungsprozess, agile Methoden und starke Partnerschaften machen WILD zum Beschleuniger für Innovationsprojekte. Denn komplexe Produktentwicklung erfordert ein Umfeld, das Geschwindigkeit mit System schafft.

Bei der Entwicklung komplexer Hightech-Produkte zählt nicht nur die Innovationskraft. Entscheidend ist, wie aus einer starken Idee ein marktfähiges Produkt entsteht – verlässlich, effizient und in möglichst kurzer Zeit. Genau hier setzt die WILD Gruppe mit ihrem Industrial Engineering-Prozess an, den sie in den vergangenen Jahren konsequent modernisiert und parallelisiert hat. Das Ziel: Kundenprodukte schnell und kosteneffizient zur Serienreife zu führen – ohne Umwege, ohne Happy Engineering.

VON DER IDEE BIS ZUR SERIE
WILD begleitet Produktentwicklungen in fünf strukturierten Phasen: Business Case, Concept, Product Development, Process Development und Production. Der gesamte Prozess ist auf Effizienz und Transparenz ausgelegt. Denn als Entwicklungs- und Fertigungspartner hat man ureigenes Interesse daran, dass Kundenprodukte rasch und stabil in Serie gehen. „Unser Fokus liegt auf zielgerichtetem, wertorientiertem Engineering. Wir sind also keine Konkurrenz zur Entwicklungsabteilung des Kunden, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Deshalb binden wir bereits bei den ersten Workshops alle relevanten Disziplinen ein, um Produktideen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu bewerten. Anforderungen werden bereits in der Pre-Project-Phase systematisch erhoben und in jeder weiteren Phase geschärft. Quality Gates und klare Checklisten sind ein Garant, um unnötige Verzögerungen und Kosten zu vermeiden. Nur Produkte mit validem Business Case und positiv bewerteter Machbarkeit schaffen das Clearing nach dem Pre-Project in die Concept-Phase. So entstehen belastbare Konzepte, bei denen Herstellbarkeit, Montageaufwand und Prozessrisiken frühzeitig berücksichtigt werden und der Business Case im Fokus bleibt“, betont Michael Reissig, WILD Head of Development. Diese intensive Parallelisierung sorgt für kurze  Entwicklungszyklen, spart Kosten und erhöht die Umsetzungsqualität.

PHASE 0: BUSINESS CASE
DER REALITÄTSCHECK
Bevor ein Projekt startet, prüft das Engineering Team gemeinsam mit dem Kunden, ob dessen Idee tragfähig ist. Den Grundstein für erfolgreiche Projekte legt WILD meist in Workshops, oft unter Einbindung von Partnern wie dem Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) oder der TU Graz. Gemeinsam erfolgt das Requirement Management sowie die Analyse von Fördermöglichkeiten zur Absicherung von technischen Risiken.

Auch WILDDESIGN, eine international agierende Designagentur mit Schwerpunkt auf Medical Design und Usability, holt man in dieser frühen Phase gerne hinzu. „Denn nur wenn man als Designer die Marktanforderungen und Nutzererwartungen kennt, und schon möglichst früh im  Entwicklungsprozess mitdenken darf, kann man passende Lösungen entwerfen und am Ende auch Begeisterung erzeugen. Mit großer Fachkenntnis und langjähriger Erfahrung ergänzt WILDDESIGN den WILD-Entwicklungsprozess im Bereich der Nutzerschnittstellen- und
Gehäusegestaltung“, so Marc Ruta, CEO von WILDDESIGN.

Aktuelles Beispiel ist ein japanischer Industriekonzern, der mit WILD daran arbeitet, ein optisches Messgerät, das bisher im asiatischen Raum vertrieben wurde, für den europäischen Markt zu adaptieren. „Die Anforderungen europäischer Anwender unterscheiden sich vom bisherigen Konzept. Deshalb hinterfragen wir mit WILDDESIGN viele Details und entwickeln zusammen ein neues User Centered Design, das die Basis für die gesamte weitere Produktdefinition bildet“, so Michael Reissig.

PHASE 1: CONCEPT
ANFORDERUNGEN OBJEKTIV BEWERTEN
Mindestens ebenso entscheidend ist die Concept-Phase. „In den frühen Phasen der Produktentwicklung werden meist über 80 % der Herstellkosten definiert. A-Muster und B-Muster des Produktes bringen bereits Designentscheidungen, die direkte Auswirkungen auf die Serienkosten haben“, betont Valuemanager Manfred Ninaus von der TU Graz. Gemeinsam analysiert man daher schon sehr früh, welche Funktionen tatsächlich einen echten Mehrwert liefern, welche Anforderungen kritisch für Funktion und Business Case sind und wie eine wirtschaftlich tragfähige Lösung aussehen kann. „Die Prämisse hierbei ist zu verstehen, was dem Kunden eine Produktfunktion wert ist – und zwar im Hinblick auf das Verhältnis von Funktionenerfüllung zu Funktionenkosten“, so Ninaus. Um das herauszufinden, hat man mit der Softwareplattform VMCoach eine Methodik entwickelt, um jede Optimierungsidee auf Kosteneinsparung UND Auswirkung auf den  Kundennutzen bewerten zu können.

„Bei einem optischen Gerät für die Halbleiterindustrie konnten wir so mit Manfred Ninaus gemeinsam 40 % Einsparungen identifizieren, weil wir konsequent jede Funktion hinsichtlich ihres realen Nutzerwerts hinterfragt haben“, weiß Michael Reissig. Hinzu kommt: „Aufgrund unseres agilen Value Engineering-Ansatzes und dem Einsatz der KI-gestützten Plattform VMCoach benötigten wir nur drei Tage, um in interdisziplinären Teamworkshops Lösungsvarianten aufzuzeigen“, so Ninaus. Als weiteres Beispiel nennt Reissig ein Spektrometer, bei dem der Kunde mit WILD bereits sehr früh in der Konzeptphase die Produkt- und Prozessanforderungen definiert hat. „Wir stellten uns die Frage: Was heißt das für den Fertigungsprozess? Wie schaffen wir es, in späterer Folge die Kosten zu erreichen? Mit Tools wie dem Codebeamer können wir Stakeholder-Anforderungen frühzeitig ermitteln und auf System- sowie Process-Requirements herunterbrechen – bis hin zu den Anforderungen am geplanten Fertigungsstandort inkl. Risikoanalyse und FMEAs“, so Reissig. Dieses zentrale Tool dokumentiert über alle fünf Phasen hinweg Anforderungen, Risiken und Änderungen. Das stellt die Rückverfolgbarkeit sicher und macht bei Anpassungen technische Auswirkungen für alle sichtbar.“

PHASE 2: PRODUCT DEVELOPMENT
SIMULTANES ENGINEERING
BRINGT TEMPO
WILD setzt also bereits ab Projektstart auf Simultaneous Engineering: Entwicklungs-, Produktions- und Testprozesse laufen parallel – nicht sequenziell. Während erste CAD-Daten entstehen, werden zudem Montagekonzepte, Risikobewertungen, Logistikabläufe und Teststrategien mitentwickelt.

PHASE 3: PROCESS DEVELOPMENT
VERIFIZIEREN STATT IMPROVISIEREN
Sobald die Designphase abgeschlossen ist, startet die Realisation – inklusive Prototypenbau, Verifikation, Testsystemanalyse, Produktverifikation und Prozessvalidierung. Hier zeigt sich die Stärke der systematischen Dokumentation: Änderungen sind vollständig nachvollziehbar, Auswirkungen auf andere Bereiche jederzeit transparent.

PHASE 4: PRODUCTION
WENN ALLES GREIFT
In der finalen Phase erfolgt die Übergabe an die Produktion. Validierungsdaten, Prozessfähigkeiten, Verpackungskonzepte und Kundenfeedback fließen in die Serienfreigabe ein. Ziel ist ein stabiles, kostenoptimiertes Serienprodukt – mit verlässlicher Planung für Stückzahlen, Ramp-ups und Lebenszykluspflege.

NICHT STARR, SONDERN AGIL
Entscheidend ist, dass die WILD Gruppe über einen durchgängigen, auditierten Prozess verfügt, der ihre Kunden sicher und schnell durch alle Phasen der Produktentstehung navigiert. Mit klaren Checkpoints, einer intelligenten Tool- und IT-Landschaft sowie starken Partnern. „Unser Engineering ist kein starres Konstrukt, sondern ein agiler Rahmen. Es unterstützt uns dabei, Agilität in Projekte zu bringen und macht gleichzeitig die oft hohe Komplexität beherrschbar. Damit geben wir unseren Kunden die Sicherheit, im vorgegebenen Termin-, Kosten- und Qualitätsrahmen zu bleiben“, betont Wolfgang Warum, CTO der WILD Gruppe.