Digitaler Durchbruch in der Augenchirurgie. 10. November 2025 Mit SeeLuma™ hat Munich Surgical Imaging (MSI) ein volldigitales 3D-Operationsmikroskop mit dem weltweit ersten digitalen Binokular entwickelt – eine Innovation, die Ergonomie und Bildqualität in der Augenchirurgie neu definiert. Zugleich ist es ein Paradebeispiel für die Fähigkeit der WILD Gruppe, äußerst komplexe optische Systeme zuverlässig in Serie zu bringen. Ein OP-Mikroskop, das den Kopf frei macht: Mit dem ersten digitalen Binokular, einer intuitiven Benutzerschnittstelle und einem Design mit direkt einsehbarem Monitor eröffnet SeeLuma™ Chirurg:innen eine völlig neue Arbeitsweise. Der Unterschied zu analogen bzw. den verbreiteten Hybrid-Modellen ist gravierend: Hier zwingt das optische und ortsgebundene Binokular den Operateur dazu, sich immer an dessen Position anzupassen. „Im digitalen Binokular von SeeLuma™ hingegen wird das Bild auf einem Display dargestellt, das sich frei positionieren lässt. Die Folge: Operieren in aufrechter, natürlicher Haltung, ohne ständige Kopfbewegungen. Das macht SeeLuma™ zu einem echten Gamechanger in der Augenchirurgie“, erklärt Dr. Jurek Nordmeyer-Maßner von MSI. Neben der Ergonomie überzeugt das volldigitale OP-Mikroskop durch seine immense Bildqualität. Die hohe Schärfentiefe reduziert das ständige Nachfokussieren, während Farbtreue und Kontrast durch digitale Verarbeitung optimiert werden. Chirurg:innen können Zusatzinformationen direkt ins Sichtfeld einblenden, Kontraste verstärken oder Bild-im-Bild-Darstellungen nutzen. NÄCHSTE AUSBAUSTUFE INTEGRIERT OCT-EINHEIT „Dieses Mikroskop bietet eine Plattform für die Integration diverser Technologien in der Zukunft, inklusive KI-basierter Features. Ebenso spannend ist das in das SeeLumaTM integrierte intraoperative OCT-Modul mit der für Heidelberg Engineering charakteristisch hohen Bildqualität“, erläutert Benedikt Wurm. MSI erwartet die Zulassung dieses Moduls für Anfang 2026. Mit Hilfe des OCT im Sichtfeld werden Chirurg:innen während des Eingriffs Gewebeschichten in nahezu histologischer Qualität beurteilen können. Ein Mehrwert, der neue Standards setzen wird. Dass SeeLuma™ als technologischer Meilenstein gilt, ist auch das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen MSI und der WILD Gruppe. Seit dem Start der Industrialisierung 2019 ist diese in das Projekt eingebunden und war intensiv bei der Konzeptionierung und dem Design des Herzstücks des Systems involviert: dem Optikblock. „Die Umsetzung des optischen Designs war nur durch das hohe fertigungstechnische Know-how möglich, das wir liefern. Speziell die Fähigkeit des Justierdrehens in Kombination mit der Erfahrung in der Montage hochkomplexer optischer Baugruppen bilden den Grundstein für den Erfolg des Systems“, erklärt Manfred Gallé, Head of Business Unit Medical Technology. WILD lieferte u.a. das Montage- und Justagekonzept inklusive der Konstruktion und Fertigung der dafür benötigten Vorrichtung. „SeeLuma™ ist eines der technisch anspruchsvollsten Geräte, das wir in den letzten Jahren realisiert haben. In vielen Bereichen ist es im High-Level-Segment angesiedelt – beginnend bei der Komplexität des Gesamtsystems über die geforderte Sauberkeit und Präzision bis hin zur Oberflächentechnik und dem Montage-Know-how. Umso stolzer sind wir, dass unser erfahrenes Team das gesamte OP-Mikroskop fertigstellt – inklusive Elektronik, aller Justagen, des Stativs und künftig auch der OCT-Einheit“, freut sich Wolfgang Warum, CTO WILD Gruppe. BELEUCHTUNG: PRÄZISION UNTER ERSCHWERTEN BEDINGUNGEN Einen ebenso anspruchsvollen Part stellt die Beleuchtung des Mikroskops dar, mit der die PHOTONIC beauftragt wurde. „Eine der größten Herausforderungen war der kompakte und komplexe Bauraum“, erklärt Geschäftsführer Stefan Zotter. „Das thermische Management erwies sich hier als zentrales Problem. Es war äußerst schwierig, das Optiksystem innerhalb der vorhandenen Platzverhältnisse unterzubringen, ohne Kompromisse bei der Performance eingehen zu müssen.“ Weiters entscheidend war der Dynamikbereich, der für chirurgische Eingriffe notwendig ist. Klassische Continuous-Wave-(cw)-Regelungen liefern zwar ein konstantes Kamerabild, führen jedoch zu einem Drift beim Farbwiedergabewert und der Farbtemperatur der LED. Das kann man lösen, indem man mit Pulsweitenmodulation (PWM) arbeitet. „Dabei wird die LED hochfrequent ein- und gleich wieder ausgeschaltet sowie die gemittelte Intensität durch die An- und Auszeit geregelt. So bleiben die Farbwiedergabewerte konstant. Allerdings kann diese Methode zu störenden Bildartefakten auf der Kamera führen. Unsere Lösung war deshalb eine hybride Kombination aus cw und PWM, die wir sorgfältig auf das Gesamtsystem abgestimmt haben. Damit erreichen wir die erforderliche Helligkeit mit stabiler Farbwiedergabe und ohne störende Effekte. Ein dritter zentraler Punkt ist die Sicherheit: Da das Licht direkt ins menschliche Auge strahlt, darf die eingebrachte Leistung die definierten Grenzwerte nicht überschreiten. PHOTONIC integrierte deshalb eine Überwachungseinheit, die Leistung und Regelung permanent kontrolliert und so die Einhaltung der medizinischen Normen sicherstellt. FDA UND MDR-KONFORME DOKUMENTATION Ein weiterer Grund, warum MSI die WILD Gruppe als Partner gewählt hat: „Unsere Prozesse sind FDA- sowie MDR-konform, und in Abstimmung mit dem Kunden liefern wir alle erforderlichen Dokumente“, so Manfred Gallé. Das Know-how im Industrial Engineering sorgt zusätzlich dafür, dass das System laufend weiterentwickelt und optimiert werden kann. Aktuell werden die SeeLuma™-Geräte an den WILD Standorten komplett montiert und geprüft. Anschließend gehen sie zu MSI, wo sie für die Endkonfiguration vorbereitet werden. Am Markt hat SeeLuma™ seit seiner Einführung im Jahr 2023 für viel Echo gesorgt. Insbesondere die Resonanz auf die geplante OCT-Einheit ist enorm. Damit liefert die Plattform den Beweis, dass rein digitale Mikroskope die bisherigen hybriden Systeme ablösen können. Zugleich wird deutlich, wie Innovationskraft und Fertigungskompetenz ineinandergreifen: MSI als Entwickler mit klinischem Fokus, die WILD Gruppe als Technologiepartner mit Prozess- und Produktionsstärke, der den Schritt in die industrielle Realität meistert. „Dieses Produkt zeigt exemplarisch, wofür wir stehen: Wir begleiten Kunden von der ersten Idee über die Industrialisierung bis zur Serienproduktion“, fasst Manfred Gallé zusammen. Die gesamte Wertschöpfungskette – Optikmontage, Beleuchtung, Elektronik, Softwareintegration und Qualitätssicherung – stammt aus einer Hand.